Ein „phantastischer“ Jahrgang feiert Geburtstag

Gratulationsschreiben aus aller Welt – und von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer (A) – ergingen in diesen Tagen an die österreichischen Künstler Wolfgang Hutter (80), Anton Lehmden (80), Arik Brauer (80) und Ernst Fuchs (79).

Ernst Fuchs Die Bachnymphe, Farbradierung

Ernst Fuchs "Die Bachnymphe", Farbradierung

Dieser Jahrgang hat internationale Kunstgeschichte geschrieben und sie wurden von ihrem Publikum wie Popstars verehrt und ihre Gruppenausstellungen gingen als Blockbuster um die Welt!
- nur in Österreich wollte „man“ sie damals nicht, sie waren den Verfechtern des Abstrakten ein Dorn im Auge. (Inzwischen haben auch die letzten Abstrakt-Fanatiker den – um einiges größeren – Erfolg der phantastischen Realisten zur Kenntnis nehmen müssen!).

Wolfgang Hutter Die Liebenden vor der Steinmauer

Wolfgang Hutter "Die Liebenden vor der Steinmauer"

Die Gründungsmitglieder der Wiener Schule des Phantastischen Realismus- international erfolgreich und angesehen – Wolfgang Hutter, Anton Lehmden, Arik Brauer und Ernst Fuchs
(der Fünfte im Bunde, Rudolf Hausner, starb vor 14 Jahren! Ein Ausschnitt aus Hausners Bild „Aporisches Ballett“ ist seit einigen Wochen mein Titelbild, siehe oben)
pflegen bis heute ihre Freundschaften – und ihre künstlerischen Aktivitäten!

Arik Brauer Das Bewegungszeug

Arik Brauer "Das Bewegungszeug"

Wolfgang Hutter, geb. 13. Dez. 1928 in Wien
Anton Lehmden, geb. 2. Januar 1929 in Nitra, Slowakei
Arik Brauer, geb. 4. Jänner 1929 in Wien
Ernst Fuchs, geb. 13. Febr. 1930 in Wien (der jüngste in der Runde)

Im Jahr 1948 gründeten sie die „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“, eine Wortschöpfung des damals sehr einflussreichen Kunstkritikers Johann Muschik. Ihre Protagonisten bzw. deren Werke standen zwar dem Surrealismus nahe, wollten jedoch aus politischen Gründen nicht dem offiziell abgelehnten Surrealismus zugeordnet werden. Als geistiger Vater dieser Kunstströmung gilt Albert Paris Gütersloh, der Lehrer der „Phantasten“ an der „Akademie der Bildenden Künste Wien“ (- und Vater von Wolfgang Hutter).

Egon Schiele Portrait des Albert Paris Gütersloh

Egon Schiele "Portrait des Albert Paris von Gütersloh"

Glücklicherweise sind die Geburtstags“kinder“ künstlerisch auch in der Gegenwart noch sehr aktiv, sie alle werden von der einschlägigen „Galerie 10″ (Galerieschwerpunkt ist die Wiener Schule des Phantastischen Realismus) vertreten, auf deren Webseite man einen Blick auf die „phantastischen“ Bilderwelten machen – und diese natürlich auch kaufen! – kann.“

linktipp: René Desor über Anton Lehmden

2 Antworten zu „Ein „phantastischer“ Jahrgang feiert Geburtstag“


  1. 1 just4blogging Januar 4, 2009 um 4:29

    Ach ja… Kunst- und Kulturverständnis waren schon seit jeher ein leidvolles Thema in Österreich. Um hierzulande Wertschätzung der jeweiligen Arbeit spüren zu dürfen, muss man/frau tatsächlich wohl ein biblisches Alter erreichen…

  2. 2 artstage Januar 4, 2009 um 4:30

    Du hast recht – und leider ist das für manchen jüngeren Künstler kein Trost!


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