Maria’s Osterei: „Kultur..“ als Arbeit …?

Vielleicht hatte ich die falsche Erziehung? oder die falsche Ausbildung? Wie anders könnte ich mir erklären, dass ich in Diskussionen oder Schriften, wo das Wort „Kultur“ vorkommt, oft von einer ganz anderen Sache rede als mein Gegenüber. Für mich bedeutet das Wort „Kultur“ gleichsam „zivilisiert“ – was (wiederum subjektiv) noch lange nichts mit Kunst zu tun hat, sonder eher mit Esskultur, Trinkkultur, Gesprächskultur, Lesekultur, Sprachkultur, ….. bis hin zu den ganz normalen Benimm-Regeln, die es sogar im höchstmodernen Netz gibt (Netiquette). Das alles – und noch viel mehr, das unseren Alltag prägt – verstehe ich unter Kultur. Das hat nichts mit intellektuellen oder intelligenten Visionen zu tun – das ist Alltag!
Kultur ist somit etwas, was jedem Menschen zu eigen ist – sei es negativ oder positiv (das ist ja subjektive Ansichtssache), Kultur besitzt jeder! Warum also gibt es eine „Beratungsstelle für Kulturarbeit“ – so gesehen auf dem Server der Stadt Wien (wien.at)? Ist das also eine Beratungsstelle für jeden Wiener über …? ja worüber? Neue Benimmregeln? Neue Weine? Eine neue Art, ein Buch zu lesen? Ist Kulturarbeit eine Erziehungstätigkeit? Wenn ja, warum findet sie nicht in den Kindergärten und Schulen statt?

Bezeichnenderweise heisst es auf dem Wien.at – server: „…Die Beratungsstelle für Kulturarbeit ist Servicestelle für Kulturschaffende ohne Erfahrung mit der Kulturverwaltung. Sie unterstützt Kleinveranstalterinnen und -veranstalter sowie Newcomerinnen und Newcomer in der Kulturszene, die Anregungen zur Belebung des Wiener Kulturlebens haben….“ (Original-Zitat, wien.at)

Kulturleben..? Also der ganz normale Alltag, oder?!
Newcomer…? Muss ein Neugeborenes sein, oder?!
Kulturschaffende…? Also Jeder!!!
Kulturszene…? Also: wir, alle ..!!!

Ich weiß, dieses Zitat könnte genauso gut auf irgendeinem Bundesland-Server in Österreich stehen. Für mich, subjektiv, zeigt dieser Satz die große Angst vor dem/der Künstler/-in! Das Wort „Kunst“ wird tunlichst vermieden. Es könnte ja sein, dass irgendwann ein ausgeschlafener Künstler kommt und einen darauf festnagelt. Also bitte ja die Worte „Kunst“ und „Künstler“ vermeiden – wer weiß schon, was denen einfällt…??? Jetzt ist alles so schön ruhig, keiner regt sich auf. Da muss doch nicht wieder so ein Künstler daherkommen und einen auf „Missionar“ machen… und die Leute unruhig werden lassen…und sie aus ihrer bequemen Fernsehcouch reißen …. wir brauchen doch keine Künstler, wir haben genug Hausfrauen, die schöne Blumenbilder malen können und auf ihren Vernissagen mehr Leute anlocken als diese unbequemen Künstler…. und es ist sowieso viel schöner und netter auf den Seefestspielen als im Burgtheater!

in diesem Sinne: Frohe Ostern! joy.gif

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