Chris Haring’s „Liquid Loft“ auf der Biennale

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Chris Haring (li. u. mitte), vor kurzem noch im Wald beim Bogenschießen und Durch-den-Wald-schleichen (ja, schon gut, vielleicht fehlt mir das Archaische zum „Jäger und Sammler“..?..) mit den Freunden Rudi Pinter (re.) und Andreas Roseneder alias René Desor (der die Fotos machte – daher nicht im Bild!) – nun auf der Biennale in Venedig!
(p.s.: das Turnier gewann Rudi knapp vor Chris!)

Diese Einladung hat mich besonders gefreut! Ein mail von Chris zu seiner Premiere auf der Biennale in Venedig! Natürlich bin ich extrem neugierig auf das neue Stück aus dem „Posing Project“. Besonders nach meiner Begeisterung für sein „running sushi“ aus dem vergangenen Jahr: moderne Zeiten, Zweisamkeit, Paarverhalten, Essgewohnheiten, mit viel Humor und Ironie in Szene gesetzt und den Tänzern Stephanie Cumming und Johnny Schoofs fantastisch ausgeführt.

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Chris Haring (li.),
Tänzer, Choreograf,
Gründer von „liquid loft“,
Bogenschütze (siehe oben!)
hier mit

Andreas Berger (re.),
Musiker bzw. Soundbastler bei liquid loft

nach erfolgreicher Premiere im Tanzquartier
(Foto by artstage)

Nach der Aufführung von „running sushi“ im vergangenen Jahr im Museumsquartier gingen wir mit Chris und seiner Truppe in ein angrenzendes Lokal, „Premierenfeier“! Über das Stück sprechend, tönte es „typisch Chris!“ aus dem Freundeskreis. Es war eben neben seiner herausragenden künstlerischen Arbeit diese gelungene Melange aus Humor, Intelligenz und sozial-gesellschaftlichem Engagement, welches Chris Haring als Mensch, Freund und Künstler prägt.
Keine Frage, natürlich wäre ich gerne auf der Biennale! Im Eldorado der Kunst, einer der größten Kunstschauen auf dem Globus – und dann noch ein Freund, der dort mit seinem Ensemble antritt, das Thema „Pose“ auszuleuchten. Posen als Grundmuster der Kommunikation.

„…Die Posing Project-Serie besteht aus mehrerer Arbeiten, die sich mit der Kunst der innovativen Selbstdarstellung und den direkten Auswirkungen auf willige RezipientInnen auseinandersetzen. ..“ (aus der Projektbeschreibung von Liquid Loft)

Das Wort „Pose“ im Zusammenhang mit dem Aufführungsort verspricht eine spannende Auseinandersetzung mit den – eventuell vorhandenen (?! man will ja nicht unbedingt der Kunst oder dem Kunstmarkt Negatives unterstellen, oder.. etwa… na ja, hhmmm!) Hochstaplern, die sich manchmal nur schwer von den seriösen Anbietern unterscheiden lassen.

„…. Die Poseure wiederum, die Hochstapler, wissen die Vorgegebenheit der Pose, ihre äußerliche, kulturelle Macht, für den Betrug zu nutzen. Und das Volk, ebenso wie das Publikum, will bekanntlich betrogen sein. Indem die Poseure sich diese Oberfläche eines Kleides, einer Haltung, einer Geste, einer Rede überstreifen, suggerieren sie den anderen, dass sie selbst all jene reinen Typen verkörpern würden, die gar nicht als lebende Individuen auftauchen können.
Somit hat ihr Betrug einen didaktischen Mehrwert, denn die Poseure erwischen die Menge an ihrem naiven metaphysischen Rassismus, der Individuen nicht nach der Singularität ihres lebendigen Gewordenseins, sondern nach der Erfüllung einer Norm beurteilt. …“ (Liquid Loft)

Ich werde mich wohl bis August gedulden, wenn das Stück beim ImPuls-Tanz-Festival in Wien aufgeführt wird. Ganz sicher wird auch dieses Stück eine Menge Fragen und Denkprozesse hervorrufen und international Erfolg haben! Und ich freu mich schon auf das gemeinsame Glas Rotwein nach der Vorstellung. Prost, Chris! und Toi, Toi, Toi! in Venedig.

posing project – the art of seduction
Premiere auf der Biennale di Venezia
Arsenale, Teatro Tese delle Vergini, Venedig
19. und 20.6.2007

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2 Gedanken zu “Chris Haring’s „Liquid Loft“ auf der Biennale

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