Ein malender Literat? Ein schreibender Maler? Was nun?

Prosa eines Malers vs. Prosa eines Schriftstellers
Andreas Roseneder vs. René Desor

Er hat’s schon wieder geschafft! Immer wenn ich denke, nun wäre mir klar, wie seine Künstlerpersönlichkeit „tickt“!
Nun hat er mich schon wieder in Erstaunen versetzt: Andreas Roseneder. Ihn als Maler zu bezeichnen, trifft die Sache nur annähernd. Ihn als malenden Literaten zu bezeichnen ebensowenig! Ich selbst ziehe es doch vor, ihn als schreibenden Maler zu sehen, denn ob er nun einen Text veröffentlicht oder ein Bild präsentiert – beides beinhaltet eine Geschichte mit fundiertem Hintergrund (wie schön diese Doppeldeutigkeit doch sein kann und wie treffend!). Und für viele seiner Freunde ist er das wandelnde Lexikon und wird auch schon einmal des Nächtens aus dem Bett zitiert, „weil man unbedingt sofort wissen muss, wie irgendein verstoßener Göttersohn heißt“ oder das Gemälde eines bekannten Malers „du weißt schon, das Porträt mit dem stoisch dreinblickenden Weib“ oder ähnliches.
Nun ist er dabei, seine Ausstellung „lake-a-like“ vorzubereiten, die ab 29. September 2007 im Kremayrhaus-Stadtmuseum von Rust am Neusiedlersee präsentiert wird. Der kleine Blick hinter den Vorhang, den er den Kunstinteressierten vorläufig gewährt zeigt, was den Maler in den letzten Monaten beschäftigte: der Neusiedlersee war der Ort seiner Inspiration und Arbeit.

In kräftigen Farben – eigentlich nicht wirklich dem typischen Aquarell entsprechend – saugt sich das Auge an der gemalten Prosa fest: die Geschichte manifestiert sich im Kopf. Ganz gleich, ob man das vorhatte oder nicht. „Das rote Boot“ z.B., entstanden in diesem Sommer am Ufer des Neusiedlersees, ‚ist‘ eine solche Geschichte.

rotes_boot_kl.jpg

„Das rote Boot“, Aquarell, 2007 by Andreas Roseneder

Nun könnte man meinen, er wäre in diesem Sinne mit seiner malenden Erzählkunst schwer beschäftigt gewesen? Und das stimmt auch, wenngleich: ein Blick in seinen Schreiber-Blog (literarisches Pseudonym „René Desor“)  zeigt, dass beide Künste wie zwei gut abgestimmte Zahnräder ineinander greifen.
Nun wären da noch – nebenbei – seine Raumgestaltungen, Objekte (the „porTables“, oh yes!), Performances, Fotografien, und und und …… zu erwähnen, aber was soll’s?
Alles, was er ist
(auch ißt! – ich war schon mal zum Essen da! Er ist auch ein kochender Gourmet!)
und spricht und macht ist
KUNST.

Demnächst in Rust. Wer irgendwie kann, möge sich in den Geschichten von Andreas Roseneder verlieren und wiederfinden. Im Bild! Und vielleicht schon bald bei einer Lesung von René Desor. In der Sprache!

Ausstellung:
„Andreas Roseneder: lake-a-like“
Kremayrhaus – Stadtmuseum
Conradplatz 2
7071 Rust

29. September 2007 – 4. November 2007
geöffnet: Sa, So  14:00 – 18:00 Uhr
info, details: lake-a-like

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