Kunstkritik – gibt es das noch?

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Maria Lassnig „Du oder Ich“, 2005,Öl auf Leinwand,203 x 155 cm
Courtesy Maria Lassnig und Hauser & Wirth, Zürich, London

Bild anlässlich: „Künstlergespräche„, im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, MuseumsQuartier | Museumsplatz 1 | A-1070 Wien

Einladung aus dem MUMOK Wien zum Symposion „Durch die Formate. Wie die Gegenwartskunst in den Medien erscheint“. Ich begann mich zu fragen, ob es in den österreichischen Medien so etwas ähnliches wie Kunstkritik überhaupt g-ä-b-e!?

Wann habe ich das letzte Mal eine Kunstkritik in mich aufgesogen, lustvoll an einem diesbezüglichen intellektuellen Gourmet-Häppchen genascht? Wann hatte ich das letzte Mal das Gefühl, da habe sich ein Journalist tatsächlich mit den Akteuren ausführlich beschäftigt – und sich nicht mit der eingegangenen Pressemitteilung zufriedengegeben?

Aber welche Redaktion „leistet sich“ einen eigenen Kulturkritiker? Doch nur diejenigen, die den Anspruch an hochqualitative Inhalte haben….?
Wer vom Hype lebt, kann nicht mit Qualität punkten – kann aber versuchen, diese vorzutäuschen! Dies geschieht permanent, damit leben wir: in Hochglanz, mit kurzlebigen „Szene“-Adabeis, temporär Regierenden (4 Jahre sind ja wirklich nicht die Ewigkeit), kurz aufflackernden Sternchen und alternden „Stars“.
Das Resumé könnte lauten:

welch ein Qualitätsmerkmal für die zeitgenössische Kunst, dass sie in diesem „Unfeld nicht – bis fast nicht – vorkommt!

Vielleicht ist aber die Kunst einfach nur zu langlebig, zu tiefgründig, zu intensiv für den Informations-Boulevard. Oder zu gefährlich. Wer weiß, zu welchen Rückschlüssen sie uns führen und welche Denkprozesse sie veranlassen könnte. Wer darüber schreibt, lebt gefährlich nah am journalistischen Abgrund der drohenden Entlassung aus kommerziellen Gründen – die Anzeigenkunden mögen das eventuell nicht so gerne.
Besser man schreibt über Rembrandt, an diesen Künstler hat man sich inzwischen schon gewöhnen können (400 Jahre haben – mehr oder weniger – ausgereicht)…?!

Tipp:
Symposium „Durch die Formate“
Wie die Gegenwartskunst in den Medien erscheint

Freitag Abend (23.) wird Martin Seel ab 19.00 Uhr über „Die Präsentation von Kunstwerken und den Opportunismus der Kritik“ sprechen. Am Samstag wird die Veranstaltung zu Mittag mit dem Vortrag von Ruth Sonderegger „Das Undisziplinäre der Kunstkritik“ um 12.30 Uhr fortgesetzt.
Weitere Referenten beschäftigen sich u.a. mit der Vermittlung zeitgenössischer Kunst in aktuellen TV-Features, weiters gibt es am Samstag Nachmittag zwei Diskussionsgruppen, die sich mit dem Status der Kritik und Repräsentationsformen in Fachmagazinen, Feuilletons, Hörfunk, Fernsehen und Blogs auseinander setzt bzw. mit möglichen Perspektiven kritischer Auseinandersetzung in Zeiten der Annäherung von Gegenwartskunst in Richtung Boulevard und Celebrity-Kult.

Termin: 23. bis 24. November 07
Ort: Lounge MUMOK (Museum moderner Kunst), Museumsquartier
Infos auch unter: www.mumok.at

Nachtrag:
Details zum Symposion bei Basis Wien

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