Symposien-Saison!

Ein Mensch (um im Eugen Roth-Stil zu beginnen) der sich für Kunst interessiert kommt vor allem im Sommer nicht umhin zu bemerken, dass landauf-landab „Symposien“ wie Pilze aus dem Boden schießen! Kaum eine Region, in der in diesem Sommer nicht mindestens ein Symposion abgehalten wird!

In Anbetracht der – leicht zu missdeutenden – Begriffserklärung von „Symposion“ sei hier gesagt, dass ich nicht der Meinung bin, jeder Barbesuch bzw. jedes gemeinsame Besäufnis wäre hier in diesem Beitrag als Symposion gedacht! Obwohl …? Na ja, es könnte passieren, dass man bei der „ungenierten“ Verwendung des Begriffs Symposion eine Tages sich zum Friday-Night-Symposion trifft ….? (Im Winter finden meist die wissenschaftlichen bzw. educational symposia statt … !)
Hier ist auf jeden Fall ein Symposion gemeint, das Künstler für einen bestimmten Zeitraum zusammenbringt, um gemeinsam zu arbeiten, zu wohnen und sich auszutauschen – heute auch gerne als „vernetzen“ bezeichnet!

alle Bilder: Bildhauersymposion Maria Saal 2008, Ktn.

Zu den eingefleischtesten „Symposianern“ gehören die Bildhauer, für die das temporäre gemeinsame Arbeiten und Wohnen mit internationalen Kollegen inzwischen fast zum „Beruf“ gehört. Als 1959 Karl Prantl damit begann, die Welt mit dem Bildhauer-Symposionsgedanken vertraut zu machen (siehe) , begann der Siegeszug des Bildhauersymposions: die Bildhauer trafen sich dort, wo der Stein wächst – in der unmittelbaren Nähe von Steinbrüchen, später auch im freien Feld – und auf dem ganzen Globus. Frei von Atelierzwängen, frei von allen Meisterschul-Zwängen – mitten in der Natur. Zeitlich immer dann, wenn das Klima für die Arbeit im Freien optimal war, daher – bei uns – meist im Sommer.
Der Besuch bei den Symposien – und zwar nicht nur bei der Vernisssage! – ist nicht nur für Kunst-Liebhaber ein Vergnügen! Ansonst eher Uninteressierte haben als Zuschauer eine leichte Möglichkeit, mit Künstlern zu kommunizieren – und genießen das in diesem offenen Raum!
Natürlich ist überall auf der Welt grad Sommer, daher finden die Symposien international über das ganze Jahr verteilt statt. Eingefleischte Symposianer könnten also das ganze Jahr als Teilnehmer auf Symposien irgendwo auf dem Globus verbringen, wenn …. ja, wenn da nicht als grundlegende Bedingung zur künstlerischen Arbeit auch die Kontemplation und eigene Reflexion nötig wären! Was man mit Künstlerkollegen am Symposion ausführlich diskutiert, mit Besuchern dort kommuniziert und selbst an Eindrücken mitnimmt – das muss erst individuell „verarbeitet“ werden.
Und so zieht sich mancher Künstler nach der Teilnahme wieder zurück aus dem kommunikativen Umfeld eines Symposions in die kontemplative Welt des Ateliers, wo die Sicht auf die Welt sich in neuen Werken niederschlägt.

Derzeit aktuelle Symposien bzw. vor kurzem zu Ende gegangene – in Anbetracht der Vielzahl nur Beispiele:

Bildhauersymposion Maria Saal, Kärnten
Symposion „wood feels good“more: link zu Ö1-Beitrag von Eva Hillinger (ORF)
Bildhauersymposion St.Margarethen
Bildhauersymposion, Australien
Symposion über Bildhauersymposien, Leeds (UK)

Eugen Roth, zum Abschluss 😉

Kunst
Ein Mensch malt, von Begeisterung wild,
Drei Jahre lang an einem Bild.
Dann legt er stolz den Pinsel hin
Und sagt: „Da steckt viel Arbeit drin.“
Doch damit was´s auch leider aus:
Die Arbeit kam nicht mehr heraus.

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