Preis-Ver/teil/leih/ung

Manchmal habe ich den Eindruck, dass diverse Juryteams heillos überfordert und gleichzeitig ideenlos sind. Oder ganze Preisverleihungslisten mit „paste&copy“ im Sinne rationaler Arbeitsweise „wieder“verwenden. Diese Gedanken hegte ich wieder anlässlich der Verleihung des Deutschen Buchpreises 2008 an Uwe Tellkamp.
Nein, bitte nicht missverstehen: Uwe Tellkamp ist ein unbestritten grandioser Autor! Das ist es nicht, was mich stirnrunzeln macht! Aber wie kann das sein, dass man immer die gleichen Personen mit Preisen überhäuft und andere – ebenfalls unbestritten gute Leute – leer ausgehen?

Uwe Tellkamp „braucht“ den Deutschen Buchpreis eigentlich nicht mehr, er wurde mit Preisen förmlich überschüttet:

2002 Sächsisches Staats-Stipendium für Literatur
2003 Förderpreis zum Christine-Lavant-Lyrikpreis ,
2004 den Bachmannpreis,
2004 Dresdner Lyrikpreis ,
2008 Uwe-Johnson-Preis und
2008 Der Deutsche Buchpreis.

Seine Bücher verkaufen sich, alles in „Butter“. …
Warum also …. möchte eine Jury (egal wo) sich nicht auch einmal ein bisschen anstrengen, bevor sie einfach den leichten Weg geht „wenn er für den Preis XY gut wahr, brauchen wir uns auch nicht zu schämen…“?
Strengt euch doch an und macht euch die Mühe, einen EIGENEN – neuen, frischen, …! –  Gewinner zu suchen! Die Welt ist übersät mit guten Autoren! Da ist sicher einer dabei, für den der Preis auch hilfreich ist. Es müssen nicht ständig die selben Personen sein und man muss nicht unbedingt das Gefühl übermittelt bekommen, das Alles schon einmal erlebt/gehört/gelesen zu haben, oder?!


Der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2008 ist Uwe Tellkamp.
Er erhält die Auszeichnung für seinen Roman „Der Turm“ (Suhrkamp).

Jury für den Deutschen Buchpreis 2008:
Rainer Moritz (Leiter des Literaturhauses Hamburg und Jurysprecher),
Christoph Bartmann (Leiter der Abteilung Kultur und Information des Goethe-Instituts),
Martin Ebel (Kulturredakteur des Tages-Anzeigers, Zürich),
Meike Feßmann (freie Kritikerin),
Jens Jessen (Feuilletonchef der ZEIT),
Manfred Keiper (Inhaber „andere Buchhandlung“, Rostock) und
Michael Schmitt (Redakteur „Kulturzeit“, 3sat).

Uwe Tellkamp hat sich durchgesetzt gegen: Dietmar Dath (Die Abschaf-fung der Arten, Suhrkamp), Sherko Fatah (Das dunkle Schiff, Jung und Jung), Iris Hanika (Treffen sich zwei, Droschl), Rolf Lappert (Nach Hause schwimmen, Hanser) und Ingo Schulze (Adam und Evelyn, Berlin Verlag). Er erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Mit dem Deutschen Buchpreis 2008 zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

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