Anne-Sophie Mutter, offizielle Ehrung

roli
Aussenministerin Plassnik bei der Preisverleihung an Anne-Sophie Mutter, Foto: roli
Österreich hat die Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter mit einem Orden geehrt. Die 45-jährige gebürtige Deutsche mit österreichischem Pass nahm am Mittwoch, 26. November 2008 das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ aus der Hand von Außenministerin Ursula Plassnik entgegen.Mutter wurde unter anderem für ihren Einsatz für die Initiative „Welt ohne Minen“ geehrt. Sie habe außerdem mit ihrer Arbeit für den musikalischen Nachwuchs Zeichen gesetzt, sagte Plassnik.
1977 hatte Mutter in Salzburg unter der Stabführung von Herbert von Karajan mit Mozart’s Konzert für Violine und Orchester Nr.3 + Nr. 5 debütiert – der Beginn ihrer Weltkarriere als Geigensolistin. Dem Maestro fühlt sie sich noch immer tief verbunden, was man einem Interview mit der FAZ deutlich entnehmen kann. (zum Artikel, wo sie diese bemerkenswerte Karajan-Anekdote von sich gibt: „Karajan steigt in Berlin-Tegel aus der Maschine, und der Taxifahrer fragt ihn: Wohin, Maestro? Karajan antwortet: Egal, ich werde überall gebraucht!“)
„Musik ist das Blut, das in meinen Adern fließt“, sagt Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter über sich selbst. Jahr für Jahr wird das ehemalige Wunderkind mit neuen Preisen und Auszeichnungen überschüttet. Doch die Mutter zweier Kinder lebt nicht nur für die Musik. Seit 20 Jahren setzt sie sich ein für die Förderung des Musiknachwuchses in Deutschland, engagiert sich für Waisenkinder und Aids-Kranke.

Ihr glamouröses Image widerspricht ihrer Ernsthaftigkeit als Musikerin. Doch die unermüdliche Perfektionistin hat die Fähigkeit, Kunstcharakter und Natürlichkeit, Technik und Gefühl miteinander zu verbinden. Das hat ihr weltweit grenzenlose Bewunderung eingebracht. Der Musikkritiker Joachim Kaiser nannte sie einmal ein „Geschenk an die Welt“.
Bemerkenswert ist Anne-Sophie Mutter’s intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Kompositionen. Offen für Neues und auf der Suche nach neuen Aspekten in ihrer künstlerischen Persönlichkeit. Es gibt nur wenige Interpreten von Weltklasse, die sich so intensiv mit diesen neuen Werken auseinandergesetzt haben, wie Anne-Sophie Mutter.Viele Komponisten haben speziell für sie Stücke geschrieben: Henri Dutilleux, Sofia Gubaidulina, Wolfgang Rihm wie auch Ex-Ehemann André Previn. (dazu ein 3sat-Video-Ausschnitt aus einem Interview mit Gero von Böhm, hier)
Mutter ist neben vielen anderen Auszeichnungen auch Trägerin des deutschen Bundesverdienstkreuzes I. Klasse und Ehrenmitglied der Royal Academy of Music. Ihre Konzerte bestreitet sie mit einer ihrer zwei wertvollen Stradivaris.
Links: Webseite von Anne-Sopie Mutter, Webseite der Mutter-Stiftung

Mit dem Wintereinbruch nimmt die Zahl der Ehrungen und Preisverleihungen zu. Man scheint sich gegen Jahresende darauf zu besinnen, welch wertvolle und wichtige Arbeit Künstler für die Gesellschaft leisten. Anhand der Gewichtung der Kulturförderung im Staatshaushalt kann man dies sonst schwerlich ersehen.Da agiert man immer noch so, als wäre die Kunst ein schöner Zeitvertreib, den man sich gelegentlich leistet. Und wie praktisch: sie dient noch dazu der medialen Imageaufwertung von Politikern und Firmen durch eine positive Präsenz in den Medien! – ….kostet fast nichts, bringt aber viel!…
Die Geehrten selbst jedoch haben Ihre Anerkennungen auf jeden Fall verdient, ob sich nun jemand in ihrem Glanz sonnt oder nicht!
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