Bruno Gironcoli – (k)ein Nachruf von daheim?

Bruno Gironcoli, einer der bedeutendsten Künstler unseres Jahrhunderts, starb vor einigen Tagen im Alter von 73 Jahren. Man könnte sagen, seine Kunst habe ihn „umgebracht“, denn die Arbeit mit den giftigen Dämpfen seiner Arbeitsmaterialien war Ursache seines schweren Leidens. Die Verarbeitung von Polyester hatte ihn krank gemacht und auch seltsam körperlich entstellt. Manchmal dachte ich, dass er eigentlich ganz gut zu seinen ausserirdisch anmutenden Figuren und Objekten passe – er hatte selber etwas „Magisches“.

Ich hatte einmal die Gelegenheit, in einer kleinen Giesserei in der Steiermark in einer Ecke (Bild oben: im Hintergrund Gironcoli’s Skulptur) auf eine Plastik von Bruno Gironcoli zu stossen, die dort auf ihre Bearbeitung oder Fertigstellung (oder Abholung?) wartete. Selbst in dieser unprätentiösen  Werkstattumgebung und ziemlich versteckt: mystisch, unwirklich, phantasievoll und nicht zu übersehen! (blogbeitrag über diese Giesserei)

und hier das fertige Original : am Vorplatz zum Klagenfurter Hauptbahnhof

Dass Gironcoli in seiner Arbeit ein visionärer Wegbereiter für unzählige Bildhauerkollegen und -studenten (- er leitete bis 2004 die Meisterschule für Bildhauerei der Akademie der bildenden Künste in Wien) ist unbestritten. Und dass er kompromisslos war: sich selbst und seiner Kunst gegenüber!
Und er war – man möchte fast sagen „natürlich“ (!?!) – international viel mehr geschätzt als in seiner Heimat Österreich, bestes Beispiel dafür ist das Gironcoli-Museum in Herberstein, dass anscheinend die Arbeit des Künstlers lediglich fürs eigene Renommé benützt.

Was ich ganz besonder ignorant und arrogant empfand, als ich –  auch heute wieder – die Webseite des Bruno Gironcoli-Museums besuchte: da findet man Hinweise und Infos über Veranstaltungen und kommerzielle Hinweise für Besucher –
und kein einziges Wort, kein Hinweis, ja nicht einmal eine Zeile in der Biografie des Künstlers, dass er verstorben ist. Kein Statement des Museumskurators, oder ähnliches,…schrecklich!

Die letzte Zeile in der Gironcoli-Biografie auf der Webseite des Gironcoli-Museums lautet:
„Der Künstler lebt in Wien.“

Es gibt aber doch einge seriöse Quellen & Artikel mit mehr Infos (direktlinks):

DerStandard
DerStandard-Fotoblog von Matthias Cremer (Fotos von Gironcoli-Plastiken & Bruno Gironcoli)
Die Presse
Wiener Zeitung
Salzburger Nachrichten
Bruno Gironcoli, Wikipedia
Galerie Altnöder (auch einige Fotos und Werkbilder!)
kunstmarkt.com

audio: Radiobeitrag Ö1

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